Schriftgrößen: klein | mittel | groß    Kontrast: normal | hoch

Startet die Suche
Polizeidirektion Friedrichshafen
Wir über uns
Berufsinfo
Jugend
Prävention
Fahndung
Internetwache
Presse
Impressum
Polizei BW
  
Polizeidirektion Friedrichshafen > Seiten > Verkehrsunfallbilanz2009fürdenBodenseekreis.aspx  

Startseite > Polizeidirektion Friedrichshafen
 
Verkehrsunfallbilanz 2009 für den Bodenseekreis 

Zahl der Verkehrstoten auf niedrigstem Stand seit Bestehen des Bodenseekreises

 

Im Jahr 2009 hat die Polizei im Bodenseekreis insgesamt 5.393 (2008: 5.248) Verkehrsunfälle registriert. Der Zuwachs von 145 Unfällen zum Vorjahr ist wie in den Vorjahren nahezu ausschließlich auf die deutlich höhere Zahl von leichten Sachschadensunfällen zurückzuführen.

Die Zahlen der Unfälle mit Personenschaden liegen mit 857

(2008: 901 = - 4,9 %) und die der verunglückten Personen mit 1062

(2008: 1167 = - 9,0 %) deutlich unter den Vorjahresergebnissen.  

Acht Menschen wurden 2009 (2008: 17) bei Verkehrsunfällen getötet.

 

Unfallursachen

Der Anteil der Ursache „überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit“ bei Verkehrsunfällen mit schwer verletzten oder getöteten Personen ging im Vergleich mit 2008 von 43 % auf 24,8 % deutlich zurück. Dennoch handelt es sich hierbei unverändert um die Hauptunfallursache bei schweren Verkehrsunfällen.

Die zweithäufigste Ursache bei schweren Verkehrsunfällen waren 2009 Vorfahrtsverletzungen mit 22,2 %. 

Der Rückgang der Ursache „Geschwindigkeit“ dürfte vorwiegend auf die 2009 weiter verstärkten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen der Polizei, der Großen Kreisstädte Friedrichshafen und Überlingen und des Landkreises zurückzuführen sein. Die Polizeidirektion Friedrichshafen hat 2009 beim Einsatz der Laser-Geschwindigkeitsmessgeräte insgesamt 2.294 Fahrer wegen zu schnellen Fahrens zur Anzeige gebracht, von denen 1.603 (= 69,9 %) die Geschwindigkeit um 20 km/h und mehr überschritten hatten. Hierzu kamen im vergangenen Jahr noch 2.476 weitere Anzeigen wegen zum Teil erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen, die mit Großgeräten und Videofahrzeugen festgestellt wurden.

„Spitzenreiter“ im negativen Sinn war ein 22-jähriger Motorradfahrer aus Friedrichshafen, der am 23. Mai 2009 mit dem Video-Motorrad auf der L 205 bei Salem-Neufrach mit Geschwindigkeiten von über 200 km/h gemessen wurde. Außer einem Bußgeld von über 1.000 Euro erhielt der junge Mann vier Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von drei Monaten. 

„Geschwindigkeitsüberwachungen sind ein geeignetes Instrument“, so der Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen, Karl-Heinz Wolfsturm, „um die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen durchzusetzen. Sie wirken sich insgesamt positiv auf das Verkehrsverhalten aus und helfen, schwere Unfälle zu vermeiden.“

 

Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang 

Bei 8 (2008: 14) Unfällen mit Todesfolge kamen 2009 acht (17) Personen ums Leben. Bei der Hälfte dieser Unfälle wurden die Verursacher dieser Schwerstunfälle selbst getötet. Die Unfallstellen lagen in 6 Fällen außerhalb geschlossener Ortschaften.    

Zwei der 8 Verkehrstoten waren Pkw-Insassen, drei Lenker von motorisierten Zweirädern. Die weiteren Verkehrsopfer waren ein Radfahrer (2008: 0) und zwei Fußgänger (2008: 3).

 

Alkohol / Drogen 

Das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss birgt bekanntlich ein besonders hohes Risiko. Nachdem 2008 mit 115 Alkoholunfällen ein Rückgang im Bodenseekreis zu verzeichnen war, wurde 2009 mit 119 Fällen wieder ein leichter Anstieg festgestellt. Leicht auf acht angestiegen ist 2009 auch die Zahl der Unfälle mit Fahrern, die unter Drogenbeeinflussung standen (2008: 6).   

Unverändert ist festzustellen, dass Unfälle mit Drogen oder Alkohol häufig schwere Folgen haben. Bei 63 und damit bei knapp der Hälfte dieser Unfälle wurden Personen verletzt.  

Die Verkehrsüberwachung zur Bekämpfung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr war 2009 unverändert Schwerpunkt bei der Polizeidirektion Friedrichshafen. Es wurden im vergangenen Jahr 493 (2008: 556) Fahrer unfallunabhängig unter Alkoholeinfluss festgestellt. Weitere 151 (153) Personen, die unter Drogenbeeinflussung am Verkehr teilnahmen, wurden aus dem Verkehr gezogen. Dieses Problemfeld wird auch zukünftig unverändert im Fokus der polizeilichen Verkehrsüberwachung im Bodenseekreis stehen. Polizeichef Wolfsturm unterstreicht, dass die polizeilichen Verkehrskontrollen abschreckend wirken und zur Verringerung von Unfallgefahren beitragen. Sie seien damit praktizierte Verkehrsprävention und werden auch weiterhin einen Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung sein.“

 

Bundesstraßen 

Die größten Verkehrsbelastungen weisen unverändert die Bundesstraßen im Bodenseekreis auf. Sie sind außerdem auch die Straßen mit der höchsten Unfalldichte, was nach Einschätzung der Polizeidirektion Friedrichshafen neben den hohen Verkehrsbelastungen auch in Verbindung mit dem über weite Strecken nicht mehr bedarfsgerechten Ausbauzustand zusammenhängt.

 

2009 wurden auf den Bundesstraßen im Bodenseekreis 359 (367) Verkehrsunfälle registriert. Bei 183 und damit mehr als der Hälfte dieser Unfälle, wurden insgesamt 191 Personen leicht und 51 schwer verletzt sowie 4 Personen getötet.

 

Eine - aus negativer Sicht - besondere Rolle nimmt regelmäßig die Bundesstraße 31 ein, auch wenn die Unfallzahlen 2009 erstmals wieder leicht von 212 auf 199 abgenommen haben. Bei diesen Unfällen wurden 101 (113) Personen leicht und 21 (27) Personen schwer verletzt sowie 3 (2) Verkehrsteilnehmer getötet.  

Aus Sicht der  Polizeidirektion Friedrichshafen besteht zur zeitnahen Realisierung der Straßenbauprojekte im Bodenseekreis keine Alternative. 

Karl-Heinz Wolfsturm: „Die Region benötigt dringend leistungsfähige Straßen mit einem verkehrsgerechten Ausbau. Damit kann nicht nur die Sicherheit auf diesen Straßen, sondern auch im nachgeordneten Netz, nachhaltig verbessert werden, wenn hier Ausweich- und Schleichverkehr abnehmen. Außerdem lassen sich damit Lärm- und Umweltbelastungen reduzieren.“