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Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern im Bodenseekreis (2009) 

Drei von acht Verkehrstoten waren Motorradfahrer

 

Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Bodenseekreis insgesamt 214 Verkehrsunfälle aufgenommen, bei denen motorisierte Zweiradfahrer beteiligt waren. Dies entspricht genau der Zahl des Vorjahres. Auch blieben die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Personenschaden mit 182 (2008: 181)sowie der  Verunglückten insgesamt mit 207 (206) auf dem Niveau des Vorjahres. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 128 (132) Zweiradlenker leicht und 58 (54) schwer verletzt. Drei (2008: 3) wurden getötet.

Krafträder und Kraftroller sind im Unfallgeschehen mit 45 % - gefolgt von Kleinkrafträdern (Moped/Mokick – 29 %) und Leichtkrafträdern (21%) - am stärksten vertreten.   

Mehr als die Hälfte dieser Unfälle (113 von 214 = 52,8 %) wurden von den Zweiradfahrern selbst bzw. mitverursacht.

Die Hauptursache bei den von den Zweiradfahrern (mit-) verursachten Verkehrsunfällen ist zu hohe Geschwindigkeit mit einem Anteil von 30,1%. Des Weiteren sind unzureichender Sicherheitsabstand (13,3 %) und Fehler beim Überholen sowie und Vorfahrtsverletzungen (jeweils 10,6 %) häufige Ursachen.

Bei Unfällen, in die Zweiradfahrer ohne eigenes Verschulden verwickelt waren, dominierten Vorfahrtsverletzungen und Fehler beim Abbiegen. Das zeigt, dass Motorradfahrer häufig übersehen werden und andere Verkehrsteilnehmer deren Geschwindigkeiten oft unterschätzen.

Der Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen, Karl-Heinz Wolfsturm, appelliert deshalb an die motorisierten Zweiradfahrer, sich zu ihrer eigenen Sicherheit

an Kreuzungen und Einmündungen auf Fehleinschätzungen anderer Verkehrsteilnehmer einzustellen. Durch auffällige Bekleidung und speziell für Motorradfahrer erhältliche Warnwesten könne zusätzlich die Erkennbarkeit verbessert werden.

 

Die Bekämpfung der Hauptunfallursache bei den von Zweiradfahrern (mit-) verursachten Unfällen wird auch im laufenden Jahr ein Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrsüberwachung sein. Neben der Verkehrsunfallstatistik zeigen vor allem die nahezu täglichen Feststellungen der Verkehrspolizei dieses Geschwindigkeitsverhalten. So wurde beim Einsatz des Video-Motorrades im Mai 2009 ein Motorradfahrer, der auf der L 205 zwischen Bermatingen und Salem mit über 200 km/h unterwegs war, aus dem Verkehr gezogen. Neben einem Bußgeld von über 1.000 Euro erhielt der junge Mann vier Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von drei Monaten.

 „Aufklärung ist wichtig und sinnvoll. Allerdings gilt auch: Wenn einzelne Motorradfahrer die Appelle an die Vernunft nicht umsetzen, müssen sie die Konsequenzen ihrer verkehrswidrigen Fahrweise tragen“, so Polizeichef Wolfsturm.

Die Polizei werde deshalb speziell an Wochenenden auf beliebten Motorradstrecken und unfallträchtigen Routen auf konsequente Verkehrsüberwachung setzen.

Daneben gilt natürlich ein Hauptaugenmerk dem technischen Zustand von motorisierten Zweirädern. Bei schweren und sportlichen Maschinen sind meist Veränderungen an Auspuffanlagen und unzureichende Bereifung festzustellen. Bei Mofa, Klein- und Leichtkrafträdern werden nicht selten technische Veränderungen festgestellt, durch die die oft jungen Fahrer die Höchstgeschwindigkeit ihres Fahrzeugs teils erheblich gesteigert haben. Dies ist äußerst riskant, da Fahrwerk und Bremsen für diese Fahrleistungen oft nicht ausgelegt sind. Zudem wird für ein solches Fahrzeug regelmäßig eine andere Fahrerlaubnisklasse benötigt, als die, über die der „Freizeit-Tuner“ verfügt. Dem entsprechend einschneidend sind die Rechtsfolgen bei derartigen Verstößen: Neben der Strafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sind hierfür sechs Punkte im Verkehrszentralregister fällig.