• Zahl der Verkehrstoten auf 17 gestiegen
• Zahl der Verletzten unverändert
• Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sinkt leicht um 1,5%
• Erneuter Anstieg der Unfallzahlen um 7,5 %
Im Jahr 2008 wurden bei der Polizei im Bodenseekreis insgesamt 5248 (2007: 4883) Verkehrsunfälle registriert. Der Zuwachs von 365 Unfällen (= + 7,5 %) zum Vorjahr ist ausschließlich auf die deutlich höhere Zahl von leichten Sachschadensunfällen zurückzuführen.
Nahezu unverändert blieben dagegen die Zahlen der Unfälle mit Personenschaden mit 900 (2007: 914 = -1,5 %) und die der verunglückten Personen mit 1166 (2007: 1162 = + 0,3 %).
17 (2007: 13) Menschen wurden 2008 bei Verkehrsunfällen getötet.
Unfallursachen
Hauptunfallursache bei schweren Verkehrsunfällen blieb auch 2008 das Fahren mit überhöhter bzw. nicht angepasster Geschwindigkeit.
43 % der Verkehrsunfälle mit schwer verletzten oder getöteten Personen im Bodenseekreis waren 2008 auf diese Ursache zurückzuführen. Die zweithäufigste Ursache bei schweren Verkehrsunfällen sind Vorfahrtsverletzungen mit 24 %. Diese beiden Hauptursachen sind damit für rund 2/3 der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen verantwortlich.
Die Polizeidirektion Friedrichshafen hat deshalb die Geschwindigkeitsüberwachung 2008 weiter verstärkt und 2.422 Fahrer wegen zu schnellen Fahrens zur Anzeige gebracht. 1.698 und damit 70,1 % dieser Anzeigen betrafen Geschwindigkeitsüberschreitungen von 20 km/h und mehr.
Kriminaldirektor Wolfsturm hierzu: „Auch zukünftig werden wir hier nicht nachlassen und die Geschwindigkeitsüberwachung im Bodenseekreis in Zusammenarbeit mit unseren Partnern – der Polizeidirektion Ravensburg, dem Landratsamt Bodenseekreis und den Großen Kreisstädten Friedrichshafen und Überlingen – weiter verstärken.“
Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang
Bei 14 (2007: 12) Unfällen mit Todesfolge kamen 2008 17 (13) Personen ums Leben. In 10 Fällen (9) wurden die Verursacher dieser Schwerstunfälle selbst getötet. Die Unfallstellen lagen in 11 Fällen außerhalb geschlossener Ortschaften.
Der folgenschwerste Verkehrsunfall im zurückliegenden Jahr ereignete sich am 01. Juni 2008 gegen 16:00 Uhr auf der Bundesstraße 467 zwischen Kressbronn und Tettnang. Ein 52-jähriger Autofahrer, der die Bundesstraße in Richtung Tettnang befuhr, geriet dort aus nicht geklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden Kleinbus zusammen. Hierdurch wurden er selbst, seine Beifahrerin und ein auf dem Rücksitz mitfahrendes 3-jähriges Kind getötet. Im Kleinbus wurden 3 Personen schwer und 7 weitere leicht verletzt.
2008 wurde kein Radfahrer tödlich verletzt. Im Vorjahr waren noch vier Radfahrer getötet worden.
Nachdem 2007 zum ersten Mal kein Fußgänger unter den Todesopfern gewesen war, kamen im vergangenen Jahr drei Fußgänger ums Leben.
Alkohol / Drogen
Das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss birgt bekanntlich ein besonders hohes Risiko. Zwar war die Zahl der Alkoholunfälle 2008 mit 115 (2007: 146) rückläufig und die Zahl der Unfälle unter Drogenbeeinflussung weiterhin auf sehr niedrigem Niveau 6 (7). Die Folgen bei diesen Unfällen waren aber meist schwerwiegend. Etwa bei der Hälfte (58) dieser Unfälle wurden Personen verletzt.
Die Polizeidirektion Friedrichshafen hat auch 2008 gezielte Verkehrsüberwachung betrieben, um unvermindert gegen Alkohol und Drogen am Steuer vorzugehen. So wurden 556 (2007: 526) Fahrer unfallunabhängig unter Alkoholeinfluss festgestellt. Weitere 153 (180) Personen, die unter Drogenbeeinflussung am Verkehr teilnahmen, wurden aus dem Verkehr gezogen. Dieses Problemfeld wird auch zukünftig unverändert im Fokus der polizeilichen Verkehrsüberwachung im Bodenseekreis stehen.
Kriminaldirektor Wolfsturm: „Aufgrund der hohen Anzahl der Drogen- und Alkoholdelikte im Straßenverkehr sehe ich leider keine Möglichkeit, unsere Verkehrskontrollen zu reduzieren. Eine hohe Kontrolldichte wirkt abschreckend und verringert die Unfallgefahr, auch für Unbeteiligte. Kontrollen sind somit auch wichtige Maßnahmen zur Verkehrsprävention.“
Bundesstraßen
Die größten Verkehrsbelastungen weisen die Bundesstraßen im Bodenseekreis auf. Dies wirkt sich auch auf die Unfalldichte (= Unfälle je Kilometer Streckenlänge) aus, die auf den Bundesstraßen im Kreis mit einem Wert von 2,76 Unfällen je Kilometer deutlich über den Werten der Landes- (2,38) oder Kreisstraßen (1,02) liegt.
2008 wurden auf den Bundesstraßen im Bodenseekreis 367 (366) Verkehrsunfälle registriert. Bei 195 und damit mehr als der Hälfte dieser Unfälle, wurden insgesamt 230 Personen leicht und 57 schwer verletzt sowie 5 Personen getötet.
Eine -aus negativer Sicht- besondere Rolle nimmt hier die Bundesstraße 31 ein, auf der die Unfallzahlen 2008 wieder zugenommen haben. Auf dieser Hauptverkehrsroute hat die Polizei 212 (2007: 193) Unfälle – davon 107 (97) mit Personenschaden – aufgenommen. Eingedenk des Umstandes, dass auf der Bundesstraße 31 aufgrund der hohen Verkehrsbelastung auf einigen Streckenabschnitten zeitweise kaum noch ein Verkehrsfluss zustande kommt und hohe Geschwindigkeiten schlicht nicht gefahren werden können, sind diese Zahlen doch bedenklich.
Die Polizeidirektion Friedrichshafen unterstützt daher die aktuellen Straßenbauplanungen nachdrücklich und sieht zu deren zeitnahen Umsetzung keine Alternative. Polizeichef Wolfsturm: „Verkehrsgerechte und leistungsfähige Straßen sind auch sichere Straßen. Durch die Baumaßnahmen können Gefahrenstellen beseitigt werden und die Verkehrsteilnehmer werden nicht zu riskanten Fahrmanövern verleitet. Außerdem vermindern sie die Lärm- und Umweltbelastungen und verhindern Ausweich- und Schleichverkehre auf anderen Strecken, die hierfür noch weniger geeignet sind. Eine zeitnahe Verbesserung der hochproblematischen Verkehrsinfrastrukturen ist unverzichtbar und dringend geboten.“