Immer wieder werden Bankkunden bei der Überprüfung ihrer Kontoauszüge mit unliebsamen Überraschungen konfrontiert. So stellen sie Geldabhebungen von ihrem Girokonto fest, die weder von ihnen selbst noch von anderen berechtigten Personen vorgenommen wurden. Oftmals handelt es sich dabei gleich um mehrere Abbuchen, die das Konto bis an die Kreditlinie belasten. Wie sich im Nachhinein dann herausstellt, ist der Bankkunde Opfer des sog. „Skimming“ geworden.
„Skimming“ nennt sich eine Verfahrensweise, mit dem sich Kriminelle Daten von EC-Karten verschaffen und anschließend mit angefertigten Duplikaten Geld von fremden Konten abheben. Hierzu installieren die Täter an Geldautomaten vor dem Karten-Schlitz eine Attrappe, die vom Original kaum zu unterscheiden ist und mit der die auf den Magnetstreifen vorhandenen Daten ausgelesen werden. Gleichzeitig werden die von den ahnungslosen Kunden eingegebenen PIN-Nummern mit einer eingebauten Minikamera oder durch manipulierte Tastaturen aufgezeichnet.
Dass dieser Datenklau völlig unbemerkt beim Geldabheben vor sich geht, mussten vor etwa zwei Jahren mehr als 200 Nutzer von Geldausgabeautomaten in Tettnang, Meersburg und Überlingen zur Kenntnis nehmen. Mit gestohlenen Zugangscodierungen hatten unbekannte Täter im Ausland zum Nachteil von zwei betroffenen Kreditinstituten anschließend nahezu 450.000 Euro widerrechtlich abgehoben.
Seither wurden im März dieses Jahres in Langenargen und Meckenbeuren und dieser Tage wiederum in Überlingen an jeweils zwei Geldautomaten Manipulationen festgestellt, die darauf schließend lassen, dass sich Unbekannte daran zu schaffen gemacht hatten.
Damit sich Kunden unliebsame Überraschungen nach dem Besuch am Bankautomaten möglicherweise ersparen können, gibt die Polizei folgende Tipps, mit denen mögliche Manipulationen erkannt werden können:
· Am Automaten fehlen Bauteile oder es sind neue hinzugekommen
· Bauteile des Terminals sind nicht mehr passgenau
· Der Terminal wirkt, als ob Bauteile ausgetauscht wurden (z.B. nicht mehr passende Farben der Bauteile)
· Angebrachte Siegel sind beschädigt oder ungewöhnlich verändert
· Das Gehäuse weist Kratzspuren oder andere Beschädigungen auf
· Ein Terminal mit Gebrauchsspuren wirkt plötzlich fabrikneu.
Weitere Tipps, wie Sie sich und ihr Eigentum schützen können erhalten Sie über das Internet unter www.polizeiberatung.de oder bei der Polizeilichen Beratungsstele der Polizeidirektion Friedrichshafen unter Tel. 07541/701-1510.