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Kriminalstatistik 2008 für die Stadt Überlingen 

Anstieg der Straftaten um 17,5 %

 

        Anstieg der Straftaten um 17,5 % auf 1.708 Delikte

        Hoher Anteil von Jungtätern (unter 21 Jahren) bei Gewaltdelikten

        Starker Anstieg bei der Straßenkriminalität

         Anstieg bei Diebstahl sowie bei Sachbeschädigungen

        Leichter Rückgang der Rohheitsdelikte sowie der Sexualdelikte

 

 

Die Gesamtzahl der Straftaten in der Stadt Überlingen ist vergangenes Jahr um 17,5 % gestiegen, während die Gesamtstraftaten im Bodenseekreis insgesamt um 4,9 % gesunken sind.

Damit mussten insgesamt 1.708 (Vorjahr 1.454) Delikte von der Schutz- und Kriminalpolizei bearbeitet werden, was einem Anstieg um 254 Delikte gegenüber dem Jahr 2007 entspricht.

 

Einhergehend mit diesem Anstieg hat auch die Häufigkeitszahl, welche die Kriminalitätsbelastung ausdrückt, von 6.802 auf 7.904 Straftaten je 100.000 Einwohner zugenommen. Zum Vergleich: die Häufigkeitszahl im Land Baden-Württemberg betrug im vergangenen Jahr 5.505 Straftaten und in der Stadt Friedrichshafen 7.021 Straftaten.

 

Die Aufklärungsquote betrug 58,6 %.

 

Der Anstieg der Straftaten ist insbesondere auf gestiegene  Fallzahlen bei den Diebstahlsdelikten (621 Fälle, Vorjahr 520 Fälle), bei der Ausspähung von Daten („Skimming“)  (64 Fälle, Vorjahr keine) sowie bei den Sachbeschädigungen (358 Fälle, Vorjahr 242 Fälle) zurückzuführen. Auch die Zahl der Beleidigungen nahm von 55 Fällen auf 76 Fälle zu.

Diese vier Deliktsbereiche führen zu einem Anstieg der Straftaten um 302 Delikte. Allerdings ist festzustellen, dass bereits auch von 2006 auf 2007 die Straftaten in Überlingen um insgesamt 254 Delikte angestiegen sind.

 

Nennenswerte Rückgänge gab es dagegen bei Körperverletzungsdelikten (120 Fälle, Vorjahr 157 Fälle), beim Betrug (204 Fälle, Vorjahr 226 Fälle) sowie bei den Rauschgiftdelikten (22 Fälle, Vorjahr 42 Fälle).

 

Die nähere Betrachtung der Bereiche, bei denen ein Anstieg zu verzeichnen war, ergibt folgendes Bild:

Hauptursächlich für den Anstieg der Diebstahlsdelikte ist der Bereich Ladendiebstahl. Hier wurden 191 Delikte bearbeitet (Vorjahr 111 Delikte). Der Anteil der Jungtäter (Täter unter 21 Jahren) betrug hier 42 %.

 

Die 64 Delikte im Bereich „Skimming“ (Ausspähen von Bankdaten an Geldautomaten) sind auf neue Ausspähmethoden der Täter zurückzuführen. So konnten durch umfangreiche Ermittlungen mehrere Tatverdächtige vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum identifiziert und überführt werden.

 

Der deutliche Anstieg bei den Sachbeschädigungen ist mit mehreren Serien von Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (Abreißen von Fahrzeugteilen, z.B. Mercedesstern) zu begründen. Auch hier ist der Anteil junger Tatverdächtiger erfahrungsgemäß hoch. Er betrug bei allen Sachbeschädigungen 50 %.

 

Zu den 1.708 Straftaten wurden vergangenes Jahr 658 (656) Tatverdächtige ermittelt, von denen 213 (30 Kinder, 114 Jugendliche und 69 Heranwachsende) unter 21 Jahren waren.  Deren Anteil an den Gesamttatverdächtigen betrug damit  32,4 %.

 

Mit Sorge beobachtet die Polizei die Entwicklung bei Tätern unter 21 Jahren, die zur Erreichung des Taterfolges körperliche Gewalt einsetzen. Oft spielt hier auch eine alkoholische Beeinflussung der Täter eine Rolle.

So nehmen die Jungtäter bei Raubdelikten einen hohen Anteil an den Tatverdächtigen. Zu den insgesamt 8 Raubstraftaten wurden 6 Tatverdächtige ermittelt, von denen 4 unter 21 Jahren waren.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der gefährlichen sowie schweren Körperverletzung. Obwohl hier die Fallzahlen insgesamt rückläufig waren mussten zu den 31 Delikten (Vorjahr 45 Delikte) 23 junge Menschen angezeigt werden, was einem Anteil von 63,9 % aller Tatverdächtigen entspricht.

Auch beim schweren Diebstahl, bei dem der oder die Täter eine erhöhte kriminelle Energie anwenden,  betrug der Anteil der Jungtäter über 50 %.

Ein ähnliches Bild bei den Widerstandsdelikten gegen Polizeibeamte: 8 Tatverdächtige wurden wegen dieses Delikts angezeigt, die Hälfte davon waren unter 21 Jahren.

 

Diese Tendenz wird bei der Straßenkriminalität (alle Delikte auf öffentlichen Straßen und Plätzen) sowie bei der Gewaltkriminalität (schwere Delikte, bei denen Gewalt eingesetzt wird) weiter deutlich: Sowohl bei der Straßen- wie auch bei der Gewaltkriminalität lag der Anteil der Jungtäter mit über 60 % überproportional hoch (gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil).

 

Die Entwicklung im Bereich der Jungtäter macht deutlich, dass weitere gemeinsame Anstrengungen nötig sind, um die Gewaltbereitschaft junger Menschen einzudämmen. Hier sind neben polizeilichen Maßnahmen Bemühungen auf allen Ebenen erforderlich.

Das Aktionsbündnis „Respect!“, bei dem sich mehrere Partner unter Federführung der Stadt Überlingen zu Maßnahmen gegen Gewalt zusammengeschlossen haben, ist hier bereits ein guter und  zukunftsorientierter Ansatz.