Trotz widriger Witterungsverhältnisse zählte die diesjährige „Tuning-World-Messe“ vom 13. bis 16. Mai in Friedrichshafen nahezu 105.000 Besucher. An den vier Messetagen belegten rund 37.000 Autos die im Stadtgebiet zur Verfügung stehenden Parkplätze.
Durch intensive Verkehrsaufklärungsmaßnahmen, bei denen auch Polizeimotorräder zum Einsatz kamen, konnten Probleme bei der An- und Abfahrt rechtzeitig erkannt und durch Sofortmaßnahmen, wie Änderungen der Ampelschaltungen oder das vollständige Abschalten von Lichtzeichenanlagen, meist rasch entschärft werden. Wie schon im Vorjahr kam es auch in diesem Jahr wieder zu Verkehrsbeeinträchtigungen in und um Friedrichshafen. Hiervon besonders betroffen war vor allen die B 31. Erhebliche Behinderungen verzeichnete die Polizei auch noch am Sonntagabend, nachdem die vom Rückreiseverkehr durch Messebesucher stark frequentierte B 31 zwischen Eriskirch und Kressbronn nach einem schweren Verkehrsunfall zeitweise vollständig gesperrt werden musste.
Ein weiteres Augenmerk der Polizei galt neben den Maßnahmen zur Regelungen des Besucherverkehrs auch der Einhaltung der Verkehrsvorschriften. Ingesamt beanstandeten die Beamten wegen des nicht vorschriftsmäßigen Zustandes von Kraftfahrzeugen 311 Verkehrsteilnehmer. In sechs Fällen mussten die Fahrzeuge an Ort und Stelle zwangsweise stillgelegt werden, in 35 Fällen wurde lediglich die Weiterfahrt bis zur nächsten Werkstatt gestattet. Wegen Mängel verschiedenster Art stellte die Polizei 263 Mängelbereicht aus.
Für 33 Kraftfahrzeuglenker, die unter der Einwirkung von Alkohol oder Betäubungsmitteln standen, endete die Fahrt ebenso vorzeitig, wie für vier weitere, die nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis sind. Außerdem leiteten die Beamten gegen 22 weitere Personen Strafverfahren ein. So waren 18 von ihnen im Besitz von Betäubungsmitten, drei weitere führten verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz mit sich, und ein Kraftfahrzeuglenker war ohne den vorgeschriebenen Haftpflichtversicherungsschutz unterwegs.
Fachkundige Unterstützung erfuhr die deutsche Polizei bei ihren Kontrollen wiederum aus Vorarlberg/Österreich und der Schweiz, die – wie auch schon in den Vorjahren – an den Messetagen im Einsatz waren. Diese internationale Zusammenarbeit verlief wiederum hervorragend, ebenso die Zusammenarbeit mit den unterstützenden Beamten aus Bayern, der Bundespolizei und von verschiedenen Dienststellen aus dem Regierungsbezirk Tübingen.
Zwar ereigneten sich an den Messetagen keine schweren Verkehrsunfälle, die durch Besucher oder Teilnehmer der „Tuning-World 2010“ verursacht wurden, dennoch registrierten die Polizei, das Landratsamt und die Stadt Friedrichshafen in diesem Zeitraum mehr als 900 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Hierbei wurde zulässige Höchstgeschwindigkeiten teilweise erheblich überschritten Mit 120 km/h anstelle der erlaubten 50 km/h wurde z.B. ein Autofahrer am Donnerstag auf der B 30 in Meckenbeuren-Reute ertappt, mit 183 Sachen raste ein weiterer Autofahrer am Freitag über die B 31 bei Kressbronn. Doch nicht nur außerorts, sondern auch innerhalb geschlossener Ortschaften wurde häufig gegen Geschwindigkeitsbeschränken verstoßen. So registrierten die Einsatzkräfte allein auf der Löwentaler Straße in Friedrichshafen insgesamt 126 Verstöße wegen überhöhter Geschwindigkeit. Der schnellste Autofahrer war hier mit 106 km/h unterwegs.
In den Abendstunden kam es im Bereich der Messeparkplätze immer wieder Auseinandersetzungen und Ruhestörungen durch meist alkoholisierte Tuning-World-Besucher. Durch die ständige Präsenz der Ordnungshüter und deren frühzeitigen und konsequenten Einschreiten konnten größere Schlägereien, aber auch illegale Autorennen sowie das unnötige Umherfahren mit hoher Geschwindigkeit oder Drehzahl deutlich eingedämmt werden.
Bei ihren abendlichen Kontrollen sprachen die Polizisten 102 Platzverweise aus, nahmen 15 Personen vorübergehend in Gewahrsam und schlichteten insgesamt 32 Streitigkeiten bzw. Auseinandersetzungen. In zwölf Fällen leiteten die Beamten Strafverfahren wegen Körperverletzungsdelikten ein.
Trotz der angekündigten zielgerichteten Verkehrskontrollen registrierte die Polizei auch dieses Jahr wieder eine große Zahl von Verkehrsverstößen durch Besucher der Tuning-World. Neben teilweise massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen, innerorts wie außerorts, bewegte sich auch die Zahl der unter Einwirkung von Alkohol oder Betäubungsmitteln stehenden Verkehrsteilnehmer auf einem hohen Niveau. Obwohl sich die Kontrollmaßnahmen und das konsequente Einschreiten der Polizei anlässlich der Tuning-World-Messen in den letzten Jahren in den Kreisen der nach Friedrichshafen reisenden Tuning-Szene mittlerweile herumgesprochen haben müssten, scheint es nach noch eine große Zahl von offenbar „Unbelehrbaren“ geben, die sich anscheinend ohne Rücksicht auf die Folgen über geltende Verkehrsvorschriften hinwegsetzen und durch dieses Verhalten auch die Gesundheit und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer leichtfertig aufs Spiel setzen.