Wie mehrfach in den Medien angekündigt, hat die Polizeidirektion Friedrichshafen im Oktober dieses Jahres eine Bürgerbefragung im Kreisgebiet durchgeführt. Über 1.000 Bürgerinnen und Bürger waren bereit, telefonisch Fragen zur Arbeit der Polizei im Landkreis sowie zum persönlichen Sicherheitsempfinden und zum Ansehen der Polizei zu beantworten.
„Wir freuen uns über die hohe Bereitschaft der Bevölkerung zur Mitwirkung an dieser Befragungsaktion, deren erste und vorläufige Auswertung ein insgesamt positives Ergebnis zeigt“, so der Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen, Karl-Heinz Wolfsturm, bei der Bekanntgabe der vorläufigen Befragungsergebnisse.
Dass die Polizei die Meinung der Bürger einholt, wurde von über 96 Prozent der Befragten ganz überwiegend positiv bewertet.
Die Bereitschaft von rund 90 Prozent der interviewten Bürger, die Polizei als Anzeigeerstatter, Hinweisgeber oder Zeuge bei ihrer Arbeit zu unterstützen, wertet Polizeichef Wolfsturm als erfreuliches Vertrauen in die Institution Polizei, zumal der größte Teil der Befragten nicht seine persönliche Betroffenheit, sondern die Schwere der Tat von seiner Entscheidung zur Unterstützung abhängig macht.
„Die Aufmerksamkeit und Mithilfe der Bevölkerung ist in vielen Fällen entscheidend für den polizeilichen Erfolg, Straftaten und Ordnungsstörungen aufzuklären“, unterstrich Wolfsturm die Wichtigkeit des vertraulichen Miteinanders.
Befragt nach dem Sicherheitsgefühl fühlten sich über 95 Prozent der Befragten tagsüber und immerhin rund 80 Prozent bei Dunkelheit sicher in ihren Wohngebieten.
Siebzig Prozent haben keine oder nur geringe Kriminalitätsfurcht, Angst vor Terror haben lediglich fünf Prozent.
Über 60 Prozent habe keine oder wenig Angst, dass sie selbst oder Angehörige Opfer von Gewalt werden könnten.
Die Frage, ob Örtlichkeiten aus Furcht um die eigene Sicherheit als sogenannte Angsträume gemieden werden, verneinten knapp 80 Prozent der Befragten.
Mehr Aufmerksamkeit der Polizei wünschen sich Bürgerinnen und Bürger beim Thema Jugend und Alkohol, bei der Bekämpfung von Ruhestörungen und Sachbeschädigungen (Vandalismus) sowie von zu schnellem Fahren in Wohngebieten.
Obwohl eine große Anzahl der Befragten mit der sichtbaren Präsenz der Polizei zufrieden sind, wünschen sich über 60 Prozent der Befragten mehr Polizeipräsenz, insbesondere zur Nachtzeit im Zuständigkeitsbereich der Polizeiposten, die nicht wie die Polizeireviere rund um die Uhr besetzt sind.
„Die Bürgerbefragung hat uns die Möglichkeit eröffnet“, so der Polizeichef, „unsere Arbeit zu reflektieren und noch mehr an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten. Dass über 70 Prozent der Befragten die Qualität der polizeilichen Arbeit mit „sehr gut“ und „gut“ und 66 Prozent das Ansehen der Polizei ebenfalls mit „sehr gut“ und „gut“ bewerteten, sei erfreulich. Die Polizeidirektion Friedrichshafen werde gleichwohl nach der detaillierten alters- und geschlechtsspezifischen Feinanalyse prüfen, wo Handlungsbedarf für die polizeiliche Alltagsarbeit bestehe und in welchen Bereichen sich die Polizei noch verbessern könne.